Fleischerverband: Seminare und Workshops

Der Fleischerverband Nord hat sein Seminarangebot für 2020 vorgestellt. Zu den Themen der Fachseminare zählen u.a. Betriebswirtschaft, Fachkräftegewinnung und Fachtechnik. Auch das Thema „Listerien: Strategie und Wissenswertes“ fehlt nicht.

Die Mitgliedsbetriebe der Fleischer-Innung Leer sind herzlich eingeladen, das Seminarangebot des Fleischerverbandes Nord zu nutzen. Die Themen und Termine sind nachfolgend dargestellt. Anmeldungen nimmt der Verband unter info(AT)sfe-nord.de gerne entgegen. Infos auch unter https://www.sfe-nord.de/workshops

20.01.2020 – Verden (Aller): “ Listerien: Strategie und Wissenswertes“

05.02.2020 – Hamburg: „Listerien: Strategie und Wissenswertes“

20.04.2020 – Hamburg: “ Mitarbeiter finden. Ein Erfahrungsaustausch“

27.04.2020 – Verden: „Mitarbeiter finden. Ein Erfahrungsaustausch“

11.05.2020 – Hamburg: „Fachtechnik: Hygiene“

15.06.2020 – Hamburg: „Betriebswirtschaft: Aus der Praxis“

Prüfen: Beitragsbescheide der BG RCI

Erstaunlich hoch fielen einige Beitragsbescheide der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie aus, die die Betriebe des Raumausstatter- und Sattlerhandwerks in den letzten Tagen von der BG RCI erhalten haben.

Mit der Einführung des neuen Systems „phoenic“ ist es zu einem beträchtlichen Anstieg der Unfallzahlen gekommen. Im Rahmen der Datenmigration scheint ein reibungsloser Übergang nicht funktioniert zu haben. Auch Beitragsbescheide können davon betroffen sein, daher fordert die Berufsgenossenschaft alle Betriebe dazu auf, ihr Bescheide genauestens zu prüfen und gegebenenfalls Widerspruch einzulegen.

Des Weiteren weist die BG RCI noch einmal darauf hin, dass mit der Einführung des einheitlichen Gefahrentarifs ab 2019 die Beiträge sich generell geändert haben.

Statt des bisherigen Gefahrentarifs 4,01, gilt nun der erhöhte Tarif von 4,97. Durch das Beitragsausgleichsverfahren soll die Erhöhung ausgeglichen werden. Das Beitragsausgleichsverfahren ist eingegliedert in 11 Stufungen mit Zu-und Abschlägen von jeweils 5-24%.

Zudem erhält jedes Unternehmen einen Zweijahresrückblick über gemeldete Unfälle und die dafür entstandenen Kosten.

Die Zielsetzung dieser Änderung ist es, Unfällen präventiv vorzubeugen und diese zu minimieren, um von Beitragsentlastungen profitieren zu können. Damit soll zum neuen, einheitlichen Gefahrentarif und dessen Erhöhung ein Ausgleich geschaffen werden.

Dokumenten-Service 2019/20

Mit dem „Dokumenten-Service 2019/20“ bieten wir unseren Innungsbetrieben einen umfassenden Informations- und Beratungsservice. Anhand einer vierstelligen Nummer können Sie Musterverträge, Musteranschreiben, Informationsblätter etc. aus den Bereichen

  • Personal und Arbeitsrecht
  • Baurecht
  • Öffentliche Förderprogramme
  • Unternehmensführung
  • Steuern
  • Privat

sofort und jederzeit per Mail oder Fax abrufen.

Mit diesem Service stellen wir Ihnen ein vielfältiges Angebot an Unterlagen zur Verfügung, die von Ihnen rund um die Uhr abgerufen werden können. Sie können sich selbstverständlich bei uns auch persönlich und detailliert zu jedem Thema beraten lassen und/oder die gewünschten Unterlagen über unsere Geschäftsstellen anfordern. Die Broschüre liegt ab sofort in unseren Verwaltungen in Leer und Wittmund für Sie aus. Auf Wunsch versenden wir diese auch gerne an Sie.

Versorgungswerk: MeisterPolicePro wurde ergänzt

„Goldene Regel ist Gold wert“

Die SIGNAL IDUNA hat mit der erweiterten Neuwertdeckung die bisher gebräuchliche Zeitwertregelung ersetzt. Das bedeutet, dass die SIGNAL IDUNA Betriebseinrichtungen im Schadensfall zum Neuwert ersetzt. Voraussetzung hierfür ist die ordnungsgemäße Nutzung und Wartung.

Sind Sie schon mit der MeisterPolicePro bei der SIGNAL IDUNA versichert? Sobald Sie ihren Vertrag neu ordnen oder umstellen profitieren Sie automatisch und beitragsfrei von der erweiterten Neuwertdeckung.

Die MPP besteht aus einem dreistufigen Sach- und Haftpflicht Baustein. Betriebe aus dem Handwerk mit einem Jahresumsatz von bis zu 1,5 Millionen Euro können davon profitieren.

Auf die gesamte Vertragslaufzeit erhalten Innungsmitglieder 12 Prozent Beitragsnachlass; Existenzgründer und Betriebsübernehmer erhalten in den ersten beiden Jahren sogar 15 Prozent Beitragsnachlass.

Quelle: kontakte, Infobrief der Signal Iduna 2/19

Arbeitssicherheit: Gesundheitsgefahren durch die Sonne

Die Sonne scheint wieder länger, man kann sie wieder genießen.

Was für viele ein Grund zur Freude ist, birgt für andere besondere Risiken.

Für Menschen, die beruflich im Freien tätig sind, kann die gleiche Sonne bzw. die UV-Strahlung durchaus gefährlich sein und werden.

Durch ihre Tätigkeit im Freien sind sie deutlich länger der UV-Strahlung ausgesetzt als andere berufstätige Personen. Damit steigt auch ihr Risiko durch die UV-Strahlung an Hautkrebs zu erkranken.

Sie kann durch die Hornhaut tief in lebende Hautschichten eindringen und dort Zellveränderungen auslösen, die später zu Hautkrebs werden.

Immer wenn es draußen hell ist, ist auch UV-Strahlung da. Besonders stark ist sie jedoch in den Monaten April bis September und in der Zeit von 11-15 Uhr.

Wichtig ist: Hautkrebs kann auch ohne Sonnenbrand entstehen!

„Bei Tätigkeiten im Freien können Beschäftigte das Mehrfache einer Sonnenbranddosis am Tag abbekommen. Das ist eine extreme Belastung für die Haut“, sagt Dr. Marc Wittlich vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA).

Laut Statistik der DGUV war der Hautkrebs durch UV-Strahlung im Jahr 2017 auf Platz 3 der am häufigsten bestätigten Berufskrankheiten.

(Quelle: DGUV)

Was kann man als Arbeitgeber tun um seine Mitarbeiter zu schützen, das Risiko zu minimieren und damit die heute knappen Arbeitskräfte länger zu halten?

Hier einige Beispiele verschiedener Berufsgenossenschaften:

  • zuerst sind immer technische Lösungen vorzuziehen:
    • Unterstellmöglichkeiten mit Überdachung, Sonnenschirm oder Sonnensegel
  • organisatorische Maßnahmen:
    • Früher Arbeitsbeginn und großzügige Mittagspause (in den Mittagsstunden ist die UV-Exposition am größten)
    • an sonnenreichen Sommertagen auf Überstunden verzichten
    • Pausenzeiten im Schatten verbringen
    • Für eine gute Belüftung der Arbeitsbereiche sorgen
    • Ausreichend Getränke zur Verfügung stellen
  • Persönliche Maßnahmen:
    • Schirmmütze mit Nackenschutz und breitkrempiger Sonnenhut zum Schutz von Gesicht und Nacken bei Arbeiten ohne Helmpflicht
    • Industrieschutzhelme EN 397 mit 4-Punkt Kinnriemen und Sonnenschutz
    • Funktionsshirts mit UV-Schutz und langen Ärmeln
    • Warnshirts mit UV-Schutz und langen Ärmeln, damit kann eine evtl. benötigte Warnweste entfallen
    • Sonnenbrille mit UV-Filter und seitlicher Abschirmung zum Schutz der Augen nach DIN EN 172 und DIN EN 166
    • Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser LSF 50, dabei beachten das die Wirkung nach einer gewissen Zeit nachlässt

Mitgliedsbetriebe der BG Bau können für die persönlichen Maßnahmen einen Antrag auf Förderung durch die BG stellen. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten finden Sie hier:

https://www.bgbau.de/service/angebote/arbeitsschutzpraemien/praemie/individueller-sonnen-und-hitzeschutz/

Weitere Informationen verschiedener Berufsgenossenschaften zu diesem wichtigen Thema können Sie unter den folgenden Links finden:

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich helfe gerne weiter!

Karl–Heinz Trittmann
Fachkraft für Arbeitssicherheit Staatl. gepr. Techniker
Sachkundiger zur Prüfung PSAgA nach DGUV 312-906 – Mitglied im VDSI
Tel.: 04462–9484-24 – Mobil: 0151–11591062
Mail: kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Start-ups und Arbeitssicherheit

Pro Jahr werden etwa 500.000 Unternehmen neu gegründet. Für einen neuen Neuunternehmer ist das zweifellos eine aufregende Zeit, in der sie/er auf sehr viele Dinge achten muss.

Neben dem Businessplan, den Verhandlungen mit den Geldinstituten, der Krankenversicherung, der Buchhaltung, dem Finanzamt und den Steuern hat der Gründer/ die Gründerin noch sehr viel mehr zu tun bis man sich über das erste, selbst verdiente Einkommen freuen kann.

Leider wird dabei die Arbeitssicherheit sehr oft übersehen. Dabei ist jetzt die beste Zeit für ein junges Unternehmen sich (auch) um dieses Thema zu kümmern. Die Anzahl der Tätigkeiten und auch die Anzahl der Mitarbeiter sind (noch) überschaubar, ebenso dir verwendeten Arbeitsmittel, Maschinen und eventuell Gefahrstoffe.

Der Aufwand die Basis der Arbeitssicherheit, die Gefährdungsbeurteilung, zu erstellen ist jetzt deutlich geringer als später, wenn die Zahl der Tätigkeiten und der Mitarbeiter steigen.

Die rechtlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung unterstützt Startups dabei, dass die Arbeitsplätze so gestaltet werden können, dass ein Startup erfolgreich und sicher arbeiten kann. Sie ist ein Hilfsmittel, um die Ursachen von Störungen der Arbeit zu verringern und die Qualität der Führungstätigkeit zu verbessern. Sie hilft zu entscheiden, wo und in welchem Umfang und mit welcher Dringlichkeit, welche Maßnahmen erforderlich sind. Regelmäßige Aktualisierungen der Gefährdungsbeurteilung führen zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Betrieb.

Wenn bei diesem Prozess von Beginn an die Mitarbeiter eingebunden werden, fühlen sie sich bei der täglichen Arbeit sicher, sind motivierter und leistungsfähiger. Sie werden nicht durch eine unsichere Arbeitsumgebung in ihrer Arbeit behindert oder gefährdet. Sie können Fehler vermeiden, sich auf das Wesentliche konzentrieren, besser und effizienter arbeiten.

Die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung ist gesetzlich vorgeschrieben, und zwar sobald der erste Mitarbeiter eingestellt ist, wird und vor Aufnahme der jeweiligen Tätigkeiten. Dabei ist es unerheblich, um welche Tätigkeit es sich handelt, die Arbeitssicherheit gilt sowohl für den Arbeitsplatz im Büro als auch für den im Handwerk oder der Produktion.

Unserer Erfahrung nach werden neu gegründete Unternehmen recht früh nach Aufnahme ihrer Arbeit von den Behörden wie dem Gewerbeaufsichtsamt oder der Berufsgenossenschaft besucht. Solche Besuche dienen dazu, sich einen ersten Überblick über die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz bei den jungen Unternehmen zu verschaffen. Auffällig ist, dass in Start-ups dem Thema Arbeitssicherheit nur eine geringe Bedeutung beigemessen wird. Das größte Problem ist die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung in die tägliche Praxis, auch die der Mitarbeiter. Oft ist nicht klar, welche Kompetenzen vorliegen, welche Maßnahmen in Notfällen zu treffen sind, welche Tätigkeiten besonders betrachtet und beachtet werden müssen.

Motivierte und gesunde Mitarbeiter tragen dazu bei, die Arbeitsabläufe in Ihrem Unternehmen dauerhaft stabil zu halten. Mit „gelebtem“ Arbeitsschutz fördern Sie daher nicht nur die Gesundheit und Motivation Ihrer Mitarbeiter, sondern verbessern auch die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens. Zufriedene Mitarbeiter haben ein besseres und selbstbewussteres Auftreten bei Kunden, steigern die Kundenzufriedenheit und damit die Kundenbindung. Gelebter Arbeitsschutz in Ihrem Unternehmen kann auch ein zugkräftiges Argument bei der Suche nach neuen, qualifizierten, Mitarbeitern sein.

Wir können Ihr Unternehmen von „Start Up“ begleiten, von Beginn an für die notwendigen und vorgeschriebenen Unterlagen sorgen und mit Ihnen gemeinsam wachsen. Wir behalten dabei für Sie die gesetzlichen Vorschriften und Regeln im Auge, informieren Sie über Ergänzungen oder Änderungen und stehen bei Kontrollen der Gewerbeaufsicht oder der Berufsgenossenschaft an Ihrer Seite. Jetzt ist genau die richtige Zeit sich, neben all Ihren anderen Aufgaben, auch um dieses Thema zu kümmern. Und übrigens, wenn in Ihrem jungen Unternehmen Arbeitssicherheit eingeführt ist und von Ihnen und Ihren Mitarbeitern „gelebt“ wird, ist der tägliche Aufwand dafür nur noch äußerst gering. Sprechen Sie uns an und fordern Sie uns.

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Karl- Heinz Trittmann

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Tel.: 04462 – 948424

0151 – 11591062

kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Arbeitsunfall: Versicherungsschutz für Praktikanten und Ferienjobber

Ferienjobs und Praktika sind bei jungen Menschen wieder deutlich beliebter. Bietet dieses doch die Möglichkeit in unterschiedliche Bereiche des Berufslebens zu schauen. Auch die Unternehmen profitieren davon, so können Sie potenzielle neue Mitarbeiter gut kennenlernen. Doch ein Risiko gibt es: Gerade junge Menschen sind besonders häufig Opfer von Arbeitsunfällen. Wie sind Sie abgesichert? Und was müssen Sie als Arbeitgeber wissen?

Versicherungsschutz

Abgesichert für solche Fälle sind die Berufsanfänger über die gesetzliche Unfallversicherung, wie auch ihre anderen Angestellten. Der Versicherungsschutz besteht vom ersten Arbeitstag an und ist unabhängig von Dauer und Verdienst während der Zeit des Praktikums bzw. des Ferienjobs.

Unfallversicherungsbeitrag

Ob für unentgeltliche Praktikanten ein Beitrag zu leisten ist, entscheidet ihr Unfallversicherungsträger. Der Beitrag für Ferienjobs und bezahlte Praktika richtet sich wie bei anderen Beschäftigungsverhältnissen nach der Höhe des gezahlten Entgelts. Sie melden die Ferienjobs und entgeltlichen Praktika automatisch über die Lohnsumme, die sie am Ende des Jahres dem Unfallversicherungsträger mitteilen. Zusätzlich müssen Sie Ihre Ferienjobber und Praktikanten über das DEÜV-Verfahren anmelden.

Schulpraktikum

Schüler werden im Laufe der Zeit ein Schulpraktikum absolvieren. Dieses Praktikum ist Teil der schulischen Ausbildung und daher über die Schüler-Unfallversicherung versichert.

Praktika von Studenten

Unabhängig davon, ob ein Student ein freiwilliges oder ein Praktikum welches die Studienordnung vorschreibt absolviert, sie sind grundsätzlich über den für Sie zuständigen Unfallversicherungsträger versichert.

Diplom- und Doktorarbeit

Studenten, die in Ihrem Unternehmen ihre Diplom- oder Doktorarbeit schreiben sind im Eigeninteresse tätig und daher nicht unfallversichert; es sei denn, die Arbeit wird im Rahmen eines normalen Arbeitsverhältnisses oder einer entsprechenden Tätigkeit geschrieben.

EuGH-Urteil: Betriebe müssen Arbeitszeiten erfassen

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Zukünftig müssen die EU-Staaten Arbeitgeber verpflichten, jede Arbeitsstunde ihrer Mitarbeiter genau zu erfassen. Im Moment muss der Arbeitnehmer noch beweisen, dass Überstunden geleistet wurden und dass diese auch angeordnet oder zumindest mit dem Wissen des Arbeitgebers entstanden sind. Aufgrund des Urteils zur Änderung des Arbeitszeitgesetzes muss zukünftig eine vollumfängliche Dokumentationspflicht für Arbeitgeber greifen, dies könnte eine Beweislastumkehr in gerichtlichen Verfahren bedeuten.

Das bedeutet nicht zwingend eine Stechuhr für alle, denn es gäbe auch die Möglichkeit der Zeiterfassung mit einer App. Dennoch soll sichergestellt sein, dass die E-Mail am Frühstückstisch und das Telefonat mit dem Chef nach Feierabend als Arbeitszeit gerechnet wird.

Der Europäische Gerichtshof verweist in seinem Urteil auf den Schutz der Gesundheit. Die täglichen und wöchentlichen Ruhezeiten, sowie die Begrenzung der Höchstarbeitszeit stelle ein Grundrecht des Arbeitnehmers dar.

Bisher mussten nur Überstunden erfasst werden. Laut EuGH sei das nicht ausreichend. Erst wenn die gesamte Arbeitszeit aufgezeichnet wird, kann man effektiv nachweisen, welche Zeiten als Überstunden bezahlt werden müssen.

Was müssen Handwerksbetriebe nun tun? Erst einmal abwarten, wie die Umsetzung in nationales Recht in Deutschland erfolgt. Wir informieren unsere Mitgliedsbetriebe umgehend, ob und welcher konkreter Handlungsbedarf sich dann daraus ergibt.

Schwerbehinderte: Die 10 wichtigsten Fragen und Antworten

  • 1.Wie hoch ist der Mindesturlaub?

Schwerbehinderten steht ein Zusatzurlaub von fünf Arbeitstagen zu (bei Verteilung der Arbeitszeit auf mehr oder weniger als 5 Arbeitstage, erhöht oder vermindert sich der Zusatzurlaubsanspruch entsprechend)
Da der Zusatzurlaub im SGB IX gesetzlich geregelt ist, muss er nicht explizit in den Arbeitsvertrag aufgenommen werden. Ein/e Beschäftigte/r mit Schwerbehinderung kann diesen Urlaub beanspruchen – hierzu muss dem/der Arbeitgeber/in allerdings die Schwerbehinderung bekannt sein.

  • 2. Möglichkeiten der Kündigung

Eine Kündigung ist nur möglich nach vorheriger Zustimmung des Integrationsamtes. Die Integrationsämter sind verpflichtet, zwischen den Interessen des Arbeitgebers und des Schwerbehinderten abzuwägen. Sie müssen möglichst einvernehmliche Lösungen anstreben. Es ist also keine Beschäftigungsgarantie für den Schwerbehinderten. Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist bei vertretbaren Gründen immer möglich. Innerhalb der ersten sechs Monate ist das Einschalten des Integrationsamtes nicht nötig, unabhängig von der vereinbarten Probezeit.

  • 3. Welche Höchstarbeitszeit haben Schwerbehinderte?

Sie haben die gleichen Rechte und Pflichten, arbeiten im Schicht- und Nachtdienst und leisten bei Bedarf Überstunden. Lediglich auf ihr Verlangen hin sind Schwerbehinderte von Mehrarbeit freizustellen.

  • 4. Wer gilt als Schwerbehindert?

Als schwerbehindert gelten alle Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 50%.

  • 5. Welche finanziellen Förderungen gibt es für Schwerbehinderte?

Da die behindertengerechte Ausstattung und der Umbau eines Arbeitsplatzes viel Geld kostet, erhalten die Arbeitgeber Zuschüsse vom Integrationsamt bzw. der Agentur für Arbeit. Der Arbeitgeber sollte mit dem Integrationsamt bzw. der Agentur für Arbeit Kontakt aufnehmen und konkrete Fördermöglichkeiten erfragen. Folgende wichtige Fördermittel gibt es:

  • Zuschüsse bis zur vollen Höhe der Kosten einer behindertengerechten Ausstattung des Arbeits- bzw. Ausbildungsplatzes. Zuständig ist das Integrationsamt.
  • Zuschüsse für befristete Probebeschäftigungen von behinderten oder schwerbehinderten Menschen (max. 3 Monate). Zuständig ist die Agentur für Arbeit.
  • Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung für schwerbehinderte Menschen. Zuständig ist die Agentur für Arbeit.

Zuschüsse werden auch den Schwerbehinderten selbst gewährt. Sie können Zuschüsse für technische Arbeitshilfen sowie eine notwendige Arbeitsassistenz bekommen. Kosten für notwendige Weiterbildungen werden ebenfalls erstattet.

  • 6. Was ist die Ausgleichsabgabe?

Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten müssen 5 % ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten (bzw. schwerbehinderten gleichgestellten) Beschäftigten besetzen. Wenn dies nicht geschieht, muss der Arbeitgeber eine jährliche Ausgleichszahlung an das Integrationsamt leisten.

  • 7. Was ist eine „Gleichstellung“ ?

Personen mit einem Grad der Behinderung von weniger als 50 %, aber mindestens 30 %, können einem schwerbehinderten gleichgestellt werden, wenn er infolge seiner Behinderung ohne die Gleichstellung einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz nicht erlangen oder behalten kann. Die Gleichstellung erfolgt durch die Bundesagentur für Arbeit. Sie wird im Normalfall an dem Tag gültig, an der sie beantragt wird. Es gelten für Gleichgestellte die gleichen gesetzlichen Regelungen des SGB IX bis auf folgende Ausnahmen:

  1. Kein Anspruch auf Zusatzurlaub
  2. Keine unentgeltliche Beförderung im öffentlichen Personenverkehr
  • 8. Prävention und Betriebliches Eingliederungsmanagement bei Schwerbehinderten

Hierbei unterstützt Sie das Integrationsamt. Es berät und informiert die Beteiligten um aufkommende Schwierigkeiten zu beheben. Bei Bedarf weist es auf die zuständigen Fachdienststellen oder andere Leistungsträger hin.

  • 9. Was ist eine Arbeitsassistenz?

Die Arbeitsassistenz ist eine Unterstützung am Arbeitsplatz die regelmäßig und dauerhaft benötigt wird, wie z. B. Vorleser bei sehbehinderten Personen. Auf Grundlage des individuellen Unterstzützungsbedarfs des Schwerbehinderten kann eine Förderung für die Arbeitsassistenz beantragt werden. Der Arbeitgeber kann entscheiden, wer in seinem Betrieb als Arbeitsassistenz arbeiten darf.

  • 10. Wo bekomme ich weitere Informationen?

Die Arbeitsagenturen und Jobcenter beraten Sie gern und unterstützen Sie bei der Besetzung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Auch die Integrationsämter stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

Seminar: Absturzsicherung für Dachdecker

Gemeinsam mit dem Förderkreis Dachdecker hat Herr Karl-Heinz Trittmann, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Kreishandwerkerschaft LeerWittmund und Herrn Sascha Weidner, Fachberater für die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) bei der Firma Leipold Arbeitsschutz ein erfolgreiches Seminar für Dachdeckermeister und Gesellen im Schulungszentrum Emden veranstaltet.

Zunächst hat Herr Trittmann im theoretischen Teil über die gesetzlichen Vorgaben berichtet. Im Anschluss hat Herr Weidner verschiedene Schutzausrüstungen vorgestellt und diverse Möglichkeiten der Arbeitserleichterung im Tragen von Schutzausrüstungen und Hilfsmittel präsentiert.