Leiter? Gefährlich?

Eine Leiter. Was soll da groß passieren? Nichts bewegt sich, kein Motor treibt gefährliches Werkzeug an, keine Gefahrstoffe treten aus und in der Regel verteilt die Leiter auch keine Stromschläge. Doch der Eindruck täuscht.

Im Jahr 2017 gab es 25.007 meldepflichtige Absturzunfälle, davon passierten 11.835 von Leitern und Trittleitern. Meldepflichtig bedeutet eine Arbeitsunfähigkeit von mindestens 3 Tagen. 12 dieser Arbeitsunfälle  endeten tödlich, für 1.306 Unfälle mussten anschließend Unfallrenten gezahlt werden.

32 % der tödlichen Abstürze geschehen aus einer Höhe von 2 Metern, und fast 60 Prozent aller tödlichen Abstürze passieren ausgebildeten Fachkräften.

Die häufigste Ursache dieser Unfälle ist ein wegrutschen der Leiter und das Abrutschen von der Leiter. Meist sind bei diesen Unfällen die Beine, die Knöchel oder der Fuß betroffen und ziehen langwierige Verletzungsfolgen nach sich.

Wie kann man solche Unfälle verhindern?

Einmal durch eine Leiterverbreiterung für Anlegeleitern:

Diese sind seit dem 01.01.2018 für gewerblich genutzte Leitern über 3 Meter Länge vorgeschrieben. Für bereits vorhandene Leitern bieten die Hersteller Verbreiterungen zum nachrüsten an.

Diese Verbreiterungen verhindern vor allem das seitliche wegrutschen der Leiter, eine der häufigsten Unfallursachen.

Die andere (zusätzliche) Möglichkeit ist die Sicherung der Leiter am oberen Ende, z. B. durch anbinden oder eine andere Sicherung.

(Bildquelle: BG Bau)

Mitgliedsbetriebe der BG Bau können für die Anschaffung solcher Produkte Förderprämien beantragen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier:
https://www.bgbau.de/service/angebote/arbeitsschutzpraemien/worksafetypremiums-product/bgbauworksafetypremiums_detail/leiterzubehoer/

Weitere wichtige Punkte für den sicheren Umgang mit Leitern sind folgende:

  • Betriebsanweisung zur Nutzung der Leitern,
  • Jährliche Unterweisung der Mitarbeiter mit Dokumentation,
  • Jährliche Prüfung der Leitern durch eine befähigte Person
    • das kann auch ein Mitarbeiter durchführen
    • Dokumentation der Prüfung nicht vergessen

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Sie erreichen unseren Experten für Arbeitssicherheit, Herrn Trittmann unter
Tel.: 04462–9484-26 – Mobil: 0151–11591062
Mail: kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Prüfen: Beitragsbescheide der BG RCI

Erstaunlich hoch fielen einige Beitragsbescheide der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie aus, die die Betriebe des Raumausstatter- und Sattlerhandwerks in den letzten Tagen von der BG RCI erhalten haben.

Mit der Einführung des neuen Systems „phoenic“ ist es zu einem beträchtlichen Anstieg der Unfallzahlen gekommen. Im Rahmen der Datenmigration scheint ein reibungsloser Übergang nicht funktioniert zu haben. Auch Beitragsbescheide können davon betroffen sein, daher fordert die Berufsgenossenschaft alle Betriebe dazu auf, ihr Bescheide genauestens zu prüfen und gegebenenfalls Widerspruch einzulegen.

Des Weiteren weist die BG RCI noch einmal darauf hin, dass mit der Einführung des einheitlichen Gefahrentarifs ab 2019 die Beiträge sich generell geändert haben.

Statt des bisherigen Gefahrentarifs 4,01, gilt nun der erhöhte Tarif von 4,97. Durch das Beitragsausgleichsverfahren soll die Erhöhung ausgeglichen werden. Das Beitragsausgleichsverfahren ist eingegliedert in 11 Stufungen mit Zu-und Abschlägen von jeweils 5-24%.

Zudem erhält jedes Unternehmen einen Zweijahresrückblick über gemeldete Unfälle und die dafür entstandenen Kosten.

Die Zielsetzung dieser Änderung ist es, Unfällen präventiv vorzubeugen und diese zu minimieren, um von Beitragsentlastungen profitieren zu können. Damit soll zum neuen, einheitlichen Gefahrentarif und dessen Erhöhung ein Ausgleich geschaffen werden.

Friseure: Ist Ihre Webseite noch typgerecht?

Der Landesinnungsverband des niedersächsischen Friseurhandwerks hat zusammen mit der Schlüterschen Mediengruppe ein NEUES EXKLUSIVANGEBOT NUR FÜR INNUNGSMITGLIEDER kreiert: Lassen Sie sich KOSTENLOS beraten zu den Themen „bessere Auffindbarkeit im Internet“, „geschützte Firmendaten und Datensicherheit im Internet“ und „Mitarbeitergewinnung“.

Nähere Informationen erhalten Sie in der Anlage:

Arbeitssicherheit: Gesundheitsgefahren durch die Sonne

Die Sonne scheint wieder länger, man kann sie wieder genießen.

Was für viele ein Grund zur Freude ist, birgt für andere besondere Risiken.

Für Menschen, die beruflich im Freien tätig sind, kann die gleiche Sonne bzw. die UV-Strahlung durchaus gefährlich sein und werden.

Durch ihre Tätigkeit im Freien sind sie deutlich länger der UV-Strahlung ausgesetzt als andere berufstätige Personen. Damit steigt auch ihr Risiko durch die UV-Strahlung an Hautkrebs zu erkranken.

Sie kann durch die Hornhaut tief in lebende Hautschichten eindringen und dort Zellveränderungen auslösen, die später zu Hautkrebs werden.

Immer wenn es draußen hell ist, ist auch UV-Strahlung da. Besonders stark ist sie jedoch in den Monaten April bis September und in der Zeit von 11-15 Uhr.

Wichtig ist: Hautkrebs kann auch ohne Sonnenbrand entstehen!

„Bei Tätigkeiten im Freien können Beschäftigte das Mehrfache einer Sonnenbranddosis am Tag abbekommen. Das ist eine extreme Belastung für die Haut“, sagt Dr. Marc Wittlich vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA).

Laut Statistik der DGUV war der Hautkrebs durch UV-Strahlung im Jahr 2017 auf Platz 3 der am häufigsten bestätigten Berufskrankheiten.

(Quelle: DGUV)

Was kann man als Arbeitgeber tun um seine Mitarbeiter zu schützen, das Risiko zu minimieren und damit die heute knappen Arbeitskräfte länger zu halten?

Hier einige Beispiele verschiedener Berufsgenossenschaften:

  • zuerst sind immer technische Lösungen vorzuziehen:
    • Unterstellmöglichkeiten mit Überdachung, Sonnenschirm oder Sonnensegel
  • organisatorische Maßnahmen:
    • Früher Arbeitsbeginn und großzügige Mittagspause (in den Mittagsstunden ist die UV-Exposition am größten)
    • an sonnenreichen Sommertagen auf Überstunden verzichten
    • Pausenzeiten im Schatten verbringen
    • Für eine gute Belüftung der Arbeitsbereiche sorgen
    • Ausreichend Getränke zur Verfügung stellen
  • Persönliche Maßnahmen:
    • Schirmmütze mit Nackenschutz und breitkrempiger Sonnenhut zum Schutz von Gesicht und Nacken bei Arbeiten ohne Helmpflicht
    • Industrieschutzhelme EN 397 mit 4-Punkt Kinnriemen und Sonnenschutz
    • Funktionsshirts mit UV-Schutz und langen Ärmeln
    • Warnshirts mit UV-Schutz und langen Ärmeln, damit kann eine evtl. benötigte Warnweste entfallen
    • Sonnenbrille mit UV-Filter und seitlicher Abschirmung zum Schutz der Augen nach DIN EN 172 und DIN EN 166
    • Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser LSF 50, dabei beachten das die Wirkung nach einer gewissen Zeit nachlässt

Mitgliedsbetriebe der BG Bau können für die persönlichen Maßnahmen einen Antrag auf Förderung durch die BG stellen. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten finden Sie hier:

https://www.bgbau.de/service/angebote/arbeitsschutzpraemien/praemie/individueller-sonnen-und-hitzeschutz/

Weitere Informationen verschiedener Berufsgenossenschaften zu diesem wichtigen Thema können Sie unter den folgenden Links finden:

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich helfe gerne weiter!

Karl–Heinz Trittmann
Fachkraft für Arbeitssicherheit Staatl. gepr. Techniker
Sachkundiger zur Prüfung PSAgA nach DGUV 312-906 – Mitglied im VDSI
Tel.: 04462–9484-26 – Mobil: 0151–11591062
Mail: kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Start-ups und Arbeitssicherheit

Pro Jahr werden etwa 500.000 Unternehmen neu gegründet. Für einen neuen Neuunternehmer ist das zweifellos eine aufregende Zeit, in der sie/er auf sehr viele Dinge achten muss.

Neben dem Businessplan, den Verhandlungen mit den Geldinstituten, der Krankenversicherung, der Buchhaltung, dem Finanzamt und den Steuern hat der Gründer/ die Gründerin noch sehr viel mehr zu tun bis man sich über das erste, selbst verdiente Einkommen freuen kann.

Leider wird dabei die Arbeitssicherheit sehr oft übersehen. Dabei ist jetzt die beste Zeit für ein junges Unternehmen sich (auch) um dieses Thema zu kümmern. Die Anzahl der Tätigkeiten und auch die Anzahl der Mitarbeiter sind (noch) überschaubar, ebenso dir verwendeten Arbeitsmittel, Maschinen und eventuell Gefahrstoffe.

Der Aufwand die Basis der Arbeitssicherheit, die Gefährdungsbeurteilung, zu erstellen ist jetzt deutlich geringer als später, wenn die Zahl der Tätigkeiten und der Mitarbeiter steigen.

Die rechtlich vorgeschriebene Gefährdungsbeurteilung unterstützt Startups dabei, dass die Arbeitsplätze so gestaltet werden können, dass ein Startup erfolgreich und sicher arbeiten kann. Sie ist ein Hilfsmittel, um die Ursachen von Störungen der Arbeit zu verringern und die Qualität der Führungstätigkeit zu verbessern. Sie hilft zu entscheiden, wo und in welchem Umfang und mit welcher Dringlichkeit, welche Maßnahmen erforderlich sind. Regelmäßige Aktualisierungen der Gefährdungsbeurteilung führen zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess im Betrieb.

Wenn bei diesem Prozess von Beginn an die Mitarbeiter eingebunden werden, fühlen sie sich bei der täglichen Arbeit sicher, sind motivierter und leistungsfähiger. Sie werden nicht durch eine unsichere Arbeitsumgebung in ihrer Arbeit behindert oder gefährdet. Sie können Fehler vermeiden, sich auf das Wesentliche konzentrieren, besser und effizienter arbeiten.

Die Erstellung einer Gefährdungsbeurteilung ist gesetzlich vorgeschrieben, und zwar sobald der erste Mitarbeiter eingestellt ist, wird und vor Aufnahme der jeweiligen Tätigkeiten. Dabei ist es unerheblich, um welche Tätigkeit es sich handelt, die Arbeitssicherheit gilt sowohl für den Arbeitsplatz im Büro als auch für den im Handwerk oder der Produktion.

Unserer Erfahrung nach werden neu gegründete Unternehmen recht früh nach Aufnahme ihrer Arbeit von den Behörden wie dem Gewerbeaufsichtsamt oder der Berufsgenossenschaft besucht. Solche Besuche dienen dazu, sich einen ersten Überblick über die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz bei den jungen Unternehmen zu verschaffen. Auffällig ist, dass in Start-ups dem Thema Arbeitssicherheit nur eine geringe Bedeutung beigemessen wird. Das größte Problem ist die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung in die tägliche Praxis, auch die der Mitarbeiter. Oft ist nicht klar, welche Kompetenzen vorliegen, welche Maßnahmen in Notfällen zu treffen sind, welche Tätigkeiten besonders betrachtet und beachtet werden müssen.

Motivierte und gesunde Mitarbeiter tragen dazu bei, die Arbeitsabläufe in Ihrem Unternehmen dauerhaft stabil zu halten. Mit „gelebtem“ Arbeitsschutz fördern Sie daher nicht nur die Gesundheit und Motivation Ihrer Mitarbeiter, sondern verbessern auch die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens. Zufriedene Mitarbeiter haben ein besseres und selbstbewussteres Auftreten bei Kunden, steigern die Kundenzufriedenheit und damit die Kundenbindung. Gelebter Arbeitsschutz in Ihrem Unternehmen kann auch ein zugkräftiges Argument bei der Suche nach neuen, qualifizierten, Mitarbeitern sein.

Wir können Ihr Unternehmen von „Start Up“ begleiten, von Beginn an für die notwendigen und vorgeschriebenen Unterlagen sorgen und mit Ihnen gemeinsam wachsen. Wir behalten dabei für Sie die gesetzlichen Vorschriften und Regeln im Auge, informieren Sie über Ergänzungen oder Änderungen und stehen bei Kontrollen der Gewerbeaufsicht oder der Berufsgenossenschaft an Ihrer Seite. Jetzt ist genau die richtige Zeit sich, neben all Ihren anderen Aufgaben, auch um dieses Thema zu kümmern. Und übrigens, wenn in Ihrem jungen Unternehmen Arbeitssicherheit eingeführt ist und von Ihnen und Ihren Mitarbeitern „gelebt“ wird, ist der tägliche Aufwand dafür nur noch äußerst gering. Sprechen Sie uns an und fordern Sie uns.

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Karl- Heinz Trittmann

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Tel.: 04462 – 948426

0151 – 11591062

kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Arbeitsunfall: Versicherungsschutz für Praktikanten und Ferienjobber

Ferienjobs und Praktika sind bei jungen Menschen wieder deutlich beliebter. Bietet dieses doch die Möglichkeit in unterschiedliche Bereiche des Berufslebens zu schauen. Auch die Unternehmen profitieren davon, so können Sie potenzielle neue Mitarbeiter gut kennenlernen. Doch ein Risiko gibt es: Gerade junge Menschen sind besonders häufig Opfer von Arbeitsunfällen. Wie sind Sie abgesichert? Und was müssen Sie als Arbeitgeber wissen?

Versicherungsschutz

Abgesichert für solche Fälle sind die Berufsanfänger über die gesetzliche Unfallversicherung, wie auch ihre anderen Angestellten. Der Versicherungsschutz besteht vom ersten Arbeitstag an und ist unabhängig von Dauer und Verdienst während der Zeit des Praktikums bzw. des Ferienjobs.

Unfallversicherungsbeitrag

Ob für unentgeltliche Praktikanten ein Beitrag zu leisten ist, entscheidet ihr Unfallversicherungsträger. Der Beitrag für Ferienjobs und bezahlte Praktika richtet sich wie bei anderen Beschäftigungsverhältnissen nach der Höhe des gezahlten Entgelts. Sie melden die Ferienjobs und entgeltlichen Praktika automatisch über die Lohnsumme, die sie am Ende des Jahres dem Unfallversicherungsträger mitteilen. Zusätzlich müssen Sie Ihre Ferienjobber und Praktikanten über das DEÜV-Verfahren anmelden.

Schulpraktikum

Schüler werden im Laufe der Zeit ein Schulpraktikum absolvieren. Dieses Praktikum ist Teil der schulischen Ausbildung und daher über die Schüler-Unfallversicherung versichert.

Praktika von Studenten

Unabhängig davon, ob ein Student ein freiwilliges oder ein Praktikum welches die Studienordnung vorschreibt absolviert, sie sind grundsätzlich über den für Sie zuständigen Unfallversicherungsträger versichert.

Diplom- und Doktorarbeit

Studenten, die in Ihrem Unternehmen ihre Diplom- oder Doktorarbeit schreiben sind im Eigeninteresse tätig und daher nicht unfallversichert; es sei denn, die Arbeit wird im Rahmen eines normalen Arbeitsverhältnisses oder einer entsprechenden Tätigkeit geschrieben.

Seminar: Absturzsicherung für Dachdecker

Gemeinsam mit dem Förderkreis Dachdecker hat Herr Karl-Heinz Trittmann, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Kreishandwerkerschaft LeerWittmund und Herrn Sascha Weidner, Fachberater für die persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz (PSAgA) bei der Firma Leipold Arbeitsschutz ein erfolgreiches Seminar für Dachdeckermeister und Gesellen im Schulungszentrum Emden veranstaltet.

Zunächst hat Herr Trittmann im theoretischen Teil über die gesetzlichen Vorgaben berichtet. Im Anschluss hat Herr Weidner verschiedene Schutzausrüstungen vorgestellt und diverse Möglichkeiten der Arbeitserleichterung im Tragen von Schutzausrüstungen und Hilfsmittel präsentiert.

Arbeitssicherheit: Betriebsanweisungen

Betriebsanweisungen regeln das Verhalten der Mitarbeiter beim Umgang mit Maschinen, Geräten und Gefahrstoffen. Die Erstellung und Veröffentlichung von Betriebsanweisungen ist eine allgemeine Unternehmerpflicht. Hier erfahren Sie wie sie diese Pflicht mit minimalem Aufwand erfüllen können.

Zunächst erfolgt, gemeinsam mit Ihnen, eine Bestandsaufnahme der in ihrem Betrieb vorhandenen Maschinen und Geräte, der Tätigkeiten, der verwendeten Gefahrstoffe und der Biostoffe.

Danach erstellen wir die für ihr Unternehmen notwendigen und angepassten Betriebsanweisungen.

Diese dienen gleichzeitig als Grundlage für die vorgeschriebenen Unterweisungen ihrer Mitarbeiter.

Betriebsanweisungen helfen, Unfälle und Gesundheitsgefahren beim Einsatz von Maschinen oder bei der Verwendung von gefährlichen Arbeitsstoffen zu vermeiden. Sie regeln das Verhalten im Betrieb sowie im Notfall.

Geregelt ist die Erstellung von Betriebsanweisungen unter anderem im Arbeitsschutzgesetz, in der Betriebssicherheitsverordnung, in der Gefahrstoffverordnung und in den Vorschriften der Berufsgenossenschaften.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte sollten bei der Erstellung beratend mitwirken. Darüber hinaus empfiehlt sich die Beteiligung der betroffenen Mitarbeiter; dies wirkt motivierend auf die Beachtung der Betriebsanweisungen.

Die Beschäftigten sind verpflichtet, die Betriebsanweisungen einzuhalten. Dies folgt aus § 15 DGUV Vorschrift 1, wonach Weisungen des Unternehmers zum Arbeitsschutz zu befolgen sind, mit Ausnahme von Weisungen, die erkennbar gegen Sicherheit und Gesundheit gerichtet sind.

Wenn eine Tätigkeit gefährlich bzw. sicherheitsrelevant ist, können Sie mit einer Betriebsanweisung ihre Mitarbeiter schützen und sich selbst Ärger und Rechtsfolgen durch die Gewerbeaufsicht oder die BG und nach Unfällen ersparen.

Wie muss eine Betriebsanweisung aussehen?

Formale Vorgaben für Betriebsanweisungen gibt es nur wenige. Sie sollen grafisch einheitlich gestaltet sein und nicht mehr als 1 bis 2 DIN-A4-Seiten umfassen. Entscheidend ist das Abfassen in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache. Bei mangelhaften Deutschkenntnissen kann es notwendig sein, Betriebsanweisungen in die Muttersprache Ihrer Beschäftigten zu übersetzen.

Welche Informationen muss eine Betriebsanweisung enthalten?

Die Faustregel lautet: „So viele Informationen wie notwendig, aber so wenige wie möglich.“ Alles Wesentliche gehört in die Betriebsanweisung, auf Details gehen Sie in Ihren Unterweisungen ein. § 14 GefStoffV und § 12 BetrSichV nennen die geforderten Inhalte. Bewährt haben sich folgende Angaben:

  • Anwendungsbereich, Arbeitsplatz, Tätigkeit
  • Einsatzbedingungen (bei Maschinen)
  • Gefahren für Mensch und Umwelt
  • Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
  • Tragen und Verwenden von PSA
  • Verhalten bei Störungen, im Gefahrfall und bei Unfällen
  • Erste Hilfe
  • Sachgerechte Entsorgung (bei Gefahrstoffen)
  • Instandhaltung (bei Maschinen / technischen Anlagen)
  • Folgen der Nichtbeachtung

Diese Punkte in dieser Reihenfolge sind keine feste Vorgabe. Sie können je nach Bedarf abweichen. Es ist aber sinnvoll, wenn sich alle Ihre Betriebsanweisungen im Aufbau wiedererkennbar ähneln.

Wo ist der Farbcode für Betriebsanweisungen festgelegt?

Eine Farbzuordnung ist nicht vorgeschrieben, hat sich aber wie folgt durchgesetzt:

  • orange: Gefahrstoffe
  • blau: Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren, Maschinen, Anlagen
  • gelb: Gentechnische Anlagen
  • grün: Biologische Arbeitsstoffe
  • Für Biostoffe und Labors wird auch Pink verwendet.

Wie lange beträgt die Gültigkeit einer Betriebsanweisung?

Es gibt weder ein Ende der Geltungsdauer noch eine gesetzliche Forderung, Betriebsanweisungen binnen festgelegter Fristen zu überprüfen.

Eine Überprüfung ist jedoch indirekt insofern höchst sinnvoll, als eine veraltete Betriebsanweisung mit möglicherweise nicht mehr zutreffenden Verhaltensregeln einen Mangel im organisatorischen Arbeitsschutz darstellt. Es ist daher empfehlenswert, auf der Betriebsanweisung selbst und/oder Ihrer Liste der vorhandenen Betriebsanweisungen das Datum der Erstellung / letzten Überprüfung festzuhalten.

Tipp: Bei Betriebsanweisungen zum Umgang mit einem gefährlichen Stoff sollten Sie die Betriebsanweisung unbedingt auf Aktualisierungsbedarf prüfen, wenn Sie ein neues Sicherheitsdatenblatt erhalten.

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Karl – Heinz Trittmann

Fachkraft für Arbeitssicherheit

kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Quelle: BG für Holz und Metall (BGHM), Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Verlag für deutsche Wirtschaft AG (VNR)

Unterweisungen

Als Führungskraft werden Sie täglich mit vielfältigen Aufgaben konfrontiert und sind verantwortlich für die Qualität Ihrer Arbeit und Erzeugnisse und letztendlich für den wirtschaftlichen Erfolg. Ihre Fürsorgepflicht als Unternehmensleitung schließt ein, dass Sie die Mitarbeitenden im Rahmen von Unterweisungen über potenzielle Gefährdungen aufklären und sie vor Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren schützen. Dabei tragen Sie die Verantwortung für alle betrieblichen Prozesse – somit auch für die Unterweisung.

So regelt es unter anderem das Arbeitsschutzgesetz in § 12 Absatz 1 – es ist also Ihre gesetzliche Pflicht.

Als Führungskraft werden Sie täglich mit vielfältigen Aufgaben konfrontiert und sind verantwortlich für Doch können Sie aus dieser gesetzlichen Pflicht einen echten Nutzen ziehen, indem Sie Ihre Beschäftigten gezielt informieren und motivieren. Die wiederum können dadurch Risiken besser einschätzen und somit vermeiden. In Unterweisungen können auch Arbeitsabläufe thematisiert werden, um dann gemeinsam eine Lösung zur Optimierung zu erarbeiten. Dazu kommt das Ihre Verantwortung, als Unternehmer, zu einem großen Teil auf die Beschäftigten übergeht und Sie sich um andere Themen kümmern können. Mit der Unterweisung dokumentieren Sie das Sie Ihre Beschäftigten über eventuelle Gefahren und Risiken aufgeklärt haben. Mit der Gefährdungsbeurteilung ermitteln Sie Gefährdungen in Ihrem Betrieb und legen entsprechende Schutzmaßnahmen fest. Die Gefährdungsbeurteilugn ist somit wichtige Grundlage für die Unterweisung.

Wer darf unterweisen?

In kleineren Betrieben ist es meist die Unternehmensleitung selbst, die Unterweisungen durchführt. Doch können Sie auch die Aufgaben einer Unterweisung an eine fachkundige und zuverlässige Person delegieren. Diese muss die Arbeitsbereiche und den betrieblichen Alltag mit den möglichen Gefährdungen sehr gut kennen und über die notwendigen Weisungsrechte verfügen. Binden Sie zum Beispiel ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit, den Betriebsarzt oder Betriebsärztin, oder andere Fachleute ein, um sich qualifizierte Unterstützung zu sichern.

Nutzen Sie darüber hinaus auch das Fachwissen Ihrer Beschäftigten. Sie sind am nächsten am Geschehen und können wertvolle Hinweise geben, was in der Unterweisung thematisiert werden sollte. Auch Beinaheunfälle sind eine sehr gute Quelle für Themen zur Unterweisung.

Überzeugend motivieren und unterweisen

Doch Unterweisung ist mehr als nur fachliches Wissen: Sehen Sie Unterweisungen auch als Aspekt Ihrer Führungs- beziehungsweise Unternehmenskultur. Je mehr Aufmerksamkeit Sie als Unternehmer/in den angesprochenen Themen schenken, umso mehr wird deren Bedeutung auch den Beschäftigten bewusst. Und agieren Sie als Vorbild: Wenn Sie das gewünschte Verhalten selbst vorleben, bleiben Sie glaubwürdig. Das wirkt motivierend. Fragen Sie sich einmal selbst: Warum soll ich unterweisen? Wenn Ihre Antwort lautet: „Ich will nicht, ich muss!“, wird diese Haltung wahrscheinlich IHre Mitarbeiter entsprechend einstimmen. So wirken Sie weder überzeugend noch motivierend oder begeisternd.

Wenn Sie nicht selbst überzeugt sind von den Zielen eines wirksamen Arbeits- und Gesundheitsschutzes, werden Sie diese auch nicht überzeugend und effektiv den Beschäftigten „verkaufen“ können. Typisches Beispiel ist das Thema „geeignete Arbeitsschuhe“ : Wer nach der Unterweisung mit der Unterschrift der Teilnehmenden zufrieden ist, macht sich letztendlich unglaubwürdig. Wenn die Unterweisung zum Ziel hat, dass geeignete Schuhe getragen werden, so muss eine verantwortliche Führungskraft dieses Unterweisungsziel auch überprüfen und durchsetzen – so wie sie es beim Thema „Pünktlichkeit“ sicher täte. Das Ziel einer Unterweisung ist, dass die Unterwiesenen am Ende wissen, wie sie sich richtig verhalten, dass sie sich richtig verhalten können und auch richtig verhalten wollen, um ihren Arbeitsalltag gesund und sicher zu gestalten.

Bildquelle : BGW

Anlässe für Unterweisungen

Bildquelle : BGW

Weitere Informationen, z. B. über Themen, Ziele, Aufbau und Durchführung einer Unterweisung können Sie gerne bei uns anfordern.

Wir unterstützen Sie bei der Vorbereitung einer Unterweisung, stellen mit Ihnen gemeinsam Themen zusammen, führen die Unterweisung für Sie durch oder stehen während der Durchführung als Berater an ihrer Seite.

Sprechen Sie uns an.

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Karl – Heinz Trittmann

Fachkraft für Arbeitssicherheit

Tel.: 04462 – 9484-26

Mobil: 0151 – 1159 1062

E-Mail :kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Quellen:

BG für Holz und Metall (BGHM)

BG für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

Freisprechung: Wittmund

Zur feierlichen Freisprechung hatte die Kreishandwerkerschaft LeerWittmund 16 Auszubildende aus der Bäckerinnung und der Installateur- und Heizungsbauer-Innung Wittmund in das Hotel „Residenz“ in Wittmund geladen. Die Junghandwerker erschienen in Begleitung ihrer Freunde und ihrer Familien. Durch die Freisprechung leitete der Kreishandwerksmeister Jan Denkena, der zahlreiche Ehrengäste begrüßen durfte. Neben Handwerkskammerpräsident Albert Lienemann nebst Gattin nahmen viele Vertreter der Wirtschaft und der Berufsschule an der mit mehr als 70 Gästen sehr gut besuchten Feierstunde teil.

Handwerkskammerpräsident Lienemann betonte in seiner Festansprache die große Bedeutung des Handwerks als zukunftssicherer Arbeitgeber in Ostfriesland und ermunterte die Junghandwerker „stolz darauf zu sein, dem ostfriesischen Handwerk anzugehören“. In Ostfriesland beschäftigt das Handwerk, so Lienemann, rund 36.000 Menschen – darunter 3.000 Auszubildende. Im Landkreis Wittmund alleine seien 740 Handwerksbetriebe ansässig, in denen rund 5.000 Beschäftigte tätig sind. Mit der Entscheidung für eine Ausbildung im Handwerk hätten die Nachwuchskräfte sich genau richtig entschieden, so der Handwerkspräsident. Das Handwerk habe nach wie vor „goldenen Boden“ und angesichts voller Auftragsbücher sind gut ausgebildete Fachkräfte stets gefragt.

Als Vertreter der Berufsschule betonte Dirk Lammers, stellvertretender Schulleiter der BBS Wittmund, in seiner Ansprache wie wichtig es sei, dass die Jugend Impulse setze und Herausforderungen annehme. Das habe dieser Jahrgang, so Lammers, erfolgreich geschafft.

Alle  Festredner bedankten sich bei den Ausbildern, den Berufsschullehrern und den Angehörigen der Auszubildenden für die Unterstützung der jungen Menschen während ihrer Ausbildung.

Nach guter Handwerkstradition wurden die Auszubildende anschließend durch Handwerkskammerpäsident Lienemann „von den Rechten und Pflichten der Lehre“ freigesprochen.

Musikalisch wurde die Feierstunde begleitet von der Wittmunder Band „Soup oft the day“.