Raumausstatter: Ja zum Meister!

Der Meisterbrief im Raumausstatter- und Sattlerhandwerk ist die beste Garantie für Qualitätsarbeit, Verbraucher- und Gesundheitsschutz, Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und eine hochwertige berufliche Aus- und Weiterbildung. Mit dieser Kernaussage beginnt die Stellungnahme des Zentralverbandes Raum und Ausstattung zur Wiedereinführung der Meisterpflicht.

Die Raumausstatter- und Sattler-Innung für Ostfriesland schließt sich dieser Aussage an.

Die Gründe liegen auf der Hand. So ist der negative Effekt auf die Berufausbildung eindeutig meßbar. Mit dem Wegfall der Meisterpflicht durch die Novelle der Handwerksordnung von 2004 hat sich zwar die Anzahl der Raumausstatterbetriebe stark erhöht – in Ostfriesland von 41 Betrieben im Jahre 2003 auf 236 Betriebe im Jahre 2019, gleichzeitig stagniert aber die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse seit 2003 bei einem Jahresdurchschnitt von 10 Auszubildenden. Auch auf Bundesebene ist der Effekt deutlich meßbar. Während 2003 bundesweit 8.743 Betriebe eingetragen waren, sind es 2017 insgesamt 28.672 Betriebe. Die Ausbildungszahlen sind hingegen regelrecht eingebrochen von 3.396 Auszubildenden (2003) auf 1.806 Auszubildende (2017).

Die Ausbildungsbereitschaft der neu hinzugekommenen Unternehmen ist demnach praktisch nicht vorhanden.

Grund ist häufig die geringe Betriebsgröße – nicht selten sind es Solo-Selbstständige, die aufgrund der fehlenden Meisterpflicht einen Raumausstattungsbetrieb führen und selbst nicht in die kostenintensive Ausbildung des Fachkräftenachwuches investieren wollen.

Verbraucherschutz ernstnehmen

Und auch im Sinne eines funktionierenden Verbraucherschutzes ist die Wiedereinführung der Meisterpflicht wichtiger, als mancher Laie vielleicht vermuten mag. So kann es bspw. durch den unsachgemäßen Einbau von Sonnenschutz-Einrichtungen, Markisen, Wand-, Decken- und Bodenflächen oder Raumdekorationen durchaus zu ernsten Gefährdungen kommen. Vorschriften zur Kindersicherheit bei Schnüren sind ebenso zu beachten wie Brandschutzauflagen (z. B. bei Arbeiten in Kindergärten und anderen öffentlichen Räumen). Fehlendes Wissen im Umgang mit Kleb-, Farb- oder sonstigen Gefahrstoffen führt zu erheblichen gesundheitlichen Risiken für Mitarbeiter und Verbraucher. Das Erkennen von gefährlichen Stoffen (z.B. Asbest) gehört ebenso zwingend zum Fachwissen eines ausgebildeten Raumausstatters und ist unabdingbar, um Gefahren für Mitarbeiter und Kunden zu vermeiden. Die sogenannte Gefahrgeneigtheit – ein wichtiger Grund für die Meister- und Zulassungspflicht – ist daher auch bei diesem Gewerk eindeutig vorhanden.

Zurzeit jedoch kann sich jedermann ohne Nachweis einer entsprechenden Qualifikation als Raumausstatter selbstständig machen.

Im Sinne eines konsequenten Verbraucherschutzes, einer verantwortungsvollen Aus- und Weiterbildung und eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums im Handwerk fordert auch die Raumausstatter- und Sattler-Innung für Ostfriesland gemeinsam mit den Landes- und Bundesverbänden das „Ja zum Meister“ und damit die Rückführung in die Anlage A der Handwerksordnung.

Nachwuchs: Generation Handwerk

Im November 2018 hat sich im Zentralverband Raum und Ausstattung eine neue Gruppe aus Azubis, Gesellen/Gesellinnen, Meister und Meisterinnen im Raumausstatter- und Sattlerhandwerk gegründet. Junge, engagierte Raumaustatter/innen und Sattler/innen aus verschiedenen Teilen Deutschlands, haben sich zusammengesetzt und über ihre Ideen und Wünsche diskutiert. Daraus entstand am 16.11.2018 während des praktischen Leistungswettbewerbes in Bremen die Gruppe „Generation Handwerk.“

Schnell war klar, dass die Themen:

  • Information
  • Kommunikation
  • Qualität
  • Zukunft im Vordergrund stehen und mehr gefördert werden müssen.

Die „Generation Handwerk“ steht für regen Austausch, als Ideenschmiede und Sprachrohr zur Verfügung.

Wer nähere Informationen erhalten möchte, kann diese gerne über die Facebook-Seite anfordern.

Was ein Sturm heute…Auch der Jahresanfang war stürmisch.Ganz viele Fachmessen und viele Sachen zu regeln, wie immer…

Gepostet von GenerationHandwerk am Sonntag, 10. März 2019