Cyberkriminalität ist längst kein abstraktes Phänomen mehr, sondern eine reale Bedrohung für das regionale Handwerk. In Kooperation mit dem Landkreis Leer/Digital Hub Ostfriesland (DHO) lud die Kreishandwerkerschaft LeerWittmund zu einem praxisnahen Workshop, um Betriebe für die Gefahren aus dem Netz zu sensibilisieren.
Über 30 Teilnehmer informierten sich in den Räumlichkeiten des Digital Hub Ostfriesland in Leer über das Thema „IT-Sicherheit im Handwerk – Einblicke aus der Praxis“. Die hohe Resonanz unterstreicht die Relevanz: Hackerangriffe auf Firmen nehmen stetig zu, wobei Handwerksbetriebe und Innungsmitglieder immer häufiger gezielt ins Visier geraten.
Ein Fall aus der Praxis: Wenn die E-Rechnung zur Falle wird
Wie schnell ein Betrieb Opfer von Cyberkriminellen werden kann, verdeutlichte der Bericht der Freudenberg GmbH aus Hesel. Das Mitglied der SHK-Innung Leer gab einen authentischen Einblick in einen realen Cybervorfall, bei dem manipulierte E-Rechnungen im Fokus standen. Dieser Erfahrungsbericht zeigte eindrucksvoll, dass technisches Know-how allein oft nicht ausreicht, um sich gegen hochspezialisierte Betrugsmaschen zu schützen.
Experten-Insights: So gehen Hacker vor
Mit Bernd Dettmers (net.e – Network Experts GmbH) konnte ein erfahrener Experte für IT-Sicherheit und Cybercrime gewonnen werden. In seinem Vortrag analysierte er die Vorgehensweise moderner Hacker und beleuchtete aktuelle Bedrohungslagen:
- Ransomware & Erpressung: Wie Betriebe durch verschlüsselte Daten handlungsunfähig gemacht werden.
- Cloud-Sicherheit & IoT-Risiken: Gefahrenpotenziale durch die zunehmende Vernetzung von Werkstatt und Büro.
- Security Awareness: Warum die Sensibilisierung der eigenen Mitarbeitenden die wichtigste Verteidigungslinie darstellt.
Prävention als Wettbewerbsvorteil
Der Workshop machte deutlich, dass IT-Sicherheit keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortlaufender Prozess ist. Die Kreishandwerkerschaft LeerWittmund setzt sich weiterhin dafür ein, ihre Mitgliedsbetriebe durch gezielte Informationsangebote und starke Partnerschaften vor den Risiken der Digitalisierung zu schützen und die Zukunftsfähigkeit des Handwerks in der Region zu sichern.