Arbeitssicherheit: Betriebsanweisungen

Betriebsanweisungen regeln das Verhalten der Mitarbeiter beim Umgang mit Maschinen, Geräten und Gefahrstoffen. Die Erstellung und Veröffentlichung von Betriebsanweisungen ist eine allgemeine Unternehmerpflicht. Hier erfahren Sie wie sie diese Pflicht mit minimalem Aufwand erfüllen können.

Zunächst erfolgt, gemeinsam mit Ihnen, eine Bestandsaufnahme der in ihrem Betrieb vorhandenen Maschinen und Geräte, der Tätigkeiten, der verwendeten Gefahrstoffe und der Biostoffe.

Danach erstellen wir die für ihr Unternehmen notwendigen und angepassten Betriebsanweisungen.

Diese dienen gleichzeitig als Grundlage für die vorgeschriebenen Unterweisungen ihrer Mitarbeiter.

Betriebsanweisungen helfen, Unfälle und Gesundheitsgefahren beim Einsatz von Maschinen oder bei der Verwendung von gefährlichen Arbeitsstoffen zu vermeiden. Sie regeln das Verhalten im Betrieb sowie im Notfall.

Geregelt ist die Erstellung von Betriebsanweisungen unter anderem im Arbeitsschutzgesetz, in der Betriebssicherheitsverordnung, in der Gefahrstoffverordnung und in den Vorschriften der Berufsgenossenschaften.

Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzte sollten bei der Erstellung beratend mitwirken. Darüber hinaus empfiehlt sich die Beteiligung der betroffenen Mitarbeiter; dies wirkt motivierend auf die Beachtung der Betriebsanweisungen.

Die Beschäftigten sind verpflichtet, die Betriebsanweisungen einzuhalten. Dies folgt aus § 15 DGUV Vorschrift 1, wonach Weisungen des Unternehmers zum Arbeitsschutz zu befolgen sind, mit Ausnahme von Weisungen, die erkennbar gegen Sicherheit und Gesundheit gerichtet sind.

Wenn eine Tätigkeit gefährlich bzw. sicherheitsrelevant ist, können Sie mit einer Betriebsanweisung ihre Mitarbeiter schützen und sich selbst Ärger und Rechtsfolgen durch die Gewerbeaufsicht oder die BG und nach Unfällen ersparen.

Wie muss eine Betriebsanweisung aussehen?

Formale Vorgaben für Betriebsanweisungen gibt es nur wenige. Sie sollen grafisch einheitlich gestaltet sein und nicht mehr als 1 bis 2 DIN-A4-Seiten umfassen. Entscheidend ist das Abfassen in einer für die Beschäftigten verständlichen Form und Sprache. Bei mangelhaften Deutschkenntnissen kann es notwendig sein, Betriebsanweisungen in die Muttersprache Ihrer Beschäftigten zu übersetzen.

Welche Informationen muss eine Betriebsanweisung enthalten?

Die Faustregel lautet: „So viele Informationen wie notwendig, aber so wenige wie möglich.“ Alles Wesentliche gehört in die Betriebsanweisung, auf Details gehen Sie in Ihren Unterweisungen ein. § 14 GefStoffV und § 12 BetrSichV nennen die geforderten Inhalte. Bewährt haben sich folgende Angaben:

  • Anwendungsbereich, Arbeitsplatz, Tätigkeit
  • Einsatzbedingungen (bei Maschinen)
  • Gefahren für Mensch und Umwelt
  • Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
  • Tragen und Verwenden von PSA
  • Verhalten bei Störungen, im Gefahrfall und bei Unfällen
  • Erste Hilfe
  • Sachgerechte Entsorgung (bei Gefahrstoffen)
  • Instandhaltung (bei Maschinen / technischen Anlagen)
  • Folgen der Nichtbeachtung

Diese Punkte in dieser Reihenfolge sind keine feste Vorgabe. Sie können je nach Bedarf abweichen. Es ist aber sinnvoll, wenn sich alle Ihre Betriebsanweisungen im Aufbau wiedererkennbar ähneln.

Wo ist der Farbcode für Betriebsanweisungen festgelegt?

Eine Farbzuordnung ist nicht vorgeschrieben, hat sich aber wie folgt durchgesetzt:

  • orange: Gefahrstoffe
  • blau: Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren, Maschinen, Anlagen
  • gelb: Gentechnische Anlagen
  • grün: Biologische Arbeitsstoffe
  • Für Biostoffe und Labors wird auch Pink verwendet.

Wie lange beträgt die Gültigkeit einer Betriebsanweisung?

Es gibt weder ein Ende der Geltungsdauer noch eine gesetzliche Forderung, Betriebsanweisungen binnen festgelegter Fristen zu überprüfen.

Eine Überprüfung ist jedoch indirekt insofern höchst sinnvoll, als eine veraltete Betriebsanweisung mit möglicherweise nicht mehr zutreffenden Verhaltensregeln einen Mangel im organisatorischen Arbeitsschutz darstellt. Es ist daher empfehlenswert, auf der Betriebsanweisung selbst und/oder Ihrer Liste der vorhandenen Betriebsanweisungen das Datum der Erstellung / letzten Überprüfung festzuhalten.

Tipp: Bei Betriebsanweisungen zum Umgang mit einem gefährlichen Stoff sollten Sie die Betriebsanweisung unbedingt auf Aktualisierungsbedarf prüfen, wenn Sie ein neues Sicherheitsdatenblatt erhalten.

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Karl – Heinz Trittmann

Fachkraft für Arbeitssicherheit

kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de

Quelle: BG für Holz und Metall (BGHM), Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) Verlag für deutsche Wirtschaft AG (VNR)