Arbeitssicherheit: Gesundheitsgefahren durch die Sonne

Die Sonne scheint wieder länger, man kann sie wieder genießen.

Was für viele ein Grund zur Freude ist, birgt für andere besondere Risiken.

Für Menschen, die beruflich im Freien tätig sind, kann die gleiche Sonne bzw. die UV-Strahlung durchaus gefährlich sein und werden.

Durch ihre Tätigkeit im Freien sind sie deutlich länger der UV-Strahlung ausgesetzt als andere berufstätige Personen. Damit steigt auch ihr Risiko durch die UV-Strahlung an Hautkrebs zu erkranken.

Sie kann durch die Hornhaut tief in lebende Hautschichten eindringen und dort Zellveränderungen auslösen, die später zu Hautkrebs werden.

Immer wenn es draußen hell ist, ist auch UV-Strahlung da. Besonders stark ist sie jedoch in den Monaten April bis September und in der Zeit von 11-15 Uhr.

Wichtig ist: Hautkrebs kann auch ohne Sonnenbrand entstehen!

„Bei Tätigkeiten im Freien können Beschäftigte das Mehrfache einer Sonnenbranddosis am Tag abbekommen. Das ist eine extreme Belastung für die Haut“, sagt Dr. Marc Wittlich vom Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA).

Laut Statistik der DGUV war der Hautkrebs durch UV-Strahlung im Jahr 2017 auf Platz 3 der am häufigsten bestätigten Berufskrankheiten.

(Quelle: DGUV)

Was kann man als Arbeitgeber tun um seine Mitarbeiter zu schützen, das Risiko zu minimieren und damit die heute knappen Arbeitskräfte länger zu halten?

Hier einige Beispiele verschiedener Berufsgenossenschaften:

  • zuerst sind immer technische Lösungen vorzuziehen:
    • Unterstellmöglichkeiten mit Überdachung, Sonnenschirm oder Sonnensegel
  • organisatorische Maßnahmen:
    • Früher Arbeitsbeginn und großzügige Mittagspause (in den Mittagsstunden ist die UV-Exposition am größten)
    • an sonnenreichen Sommertagen auf Überstunden verzichten
    • Pausenzeiten im Schatten verbringen
    • Für eine gute Belüftung der Arbeitsbereiche sorgen
    • Ausreichend Getränke zur Verfügung stellen
  • Persönliche Maßnahmen:
    • Schirmmütze mit Nackenschutz und breitkrempiger Sonnenhut zum Schutz von Gesicht und Nacken bei Arbeiten ohne Helmpflicht
    • Industrieschutzhelme EN 397 mit 4-Punkt Kinnriemen und Sonnenschutz
    • Funktionsshirts mit UV-Schutz und langen Ärmeln
    • Warnshirts mit UV-Schutz und langen Ärmeln, damit kann eine evtl. benötigte Warnweste entfallen
    • Sonnenbrille mit UV-Filter und seitlicher Abschirmung zum Schutz der Augen nach DIN EN 172 und DIN EN 166
    • Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30, besser LSF 50, dabei beachten das die Wirkung nach einer gewissen Zeit nachlässt

Mitgliedsbetriebe der BG Bau können für die persönlichen Maßnahmen einen Antrag auf Förderung durch die BG stellen. Weitere Informationen zu den Fördermöglichkeiten finden Sie hier:

https://www.bgbau.de/service/angebote/arbeitsschutzpraemien/praemie/individueller-sonnen-und-hitzeschutz/

Weitere Informationen verschiedener Berufsgenossenschaften zu diesem wichtigen Thema können Sie unter den folgenden Links finden:

Für eine unverbindliche erste Beratung zu diesem und weiteren Themen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ich helfe gerne weiter!

Karl–Heinz Trittmann
Fachkraft für Arbeitssicherheit Staatl. gepr. Techniker
Sachkundiger zur Prüfung PSAgA nach DGUV 312-906 – Mitglied im VDSI
Tel.: 04462–9484-24 – Mobil: 0151–11591062
Mail: kh.trittmann@handwerk-leerwittmund.de